Wiesbadener Kurier vom 04.07.2002:
Flotter Marsch auf großen Füßen
Erst Weihnachtsparade, dann Idsteiner Hessentag: Nun treten “Bigfeetboys” im Fernsehen auf Sie sind eine vierköpfige Marschkapelle, interpretieren Hits wie “Hey Baby” und “Hang on Sloopy” und haben übermorgen ihren ersten Fernsehauftritt. Marsch ab mit den “Bigfeetboys”. Von Kurier-Mitarbeiter Sven Rindfleisch Kranke Ideen seien die Besten. Eine solche hatte laut seiner Mitmusiker Klaus Kottwitz aus Auringen vor etwa eineinhalb Jahren, als er sich in den Kopf setzte, eine vierköpfige Marschkapelle zu gründen. Das Besondere: Nicht Dixieland, keine bayerische Folklore sondern Hits wie “Hey Baby”, “Hang on Sloopy” oder “Mustang Sally” wollte er spielen und, um der “Verrücktheit Auringendie Krone” aufzusetzen, sollte auch noch ein Sänger dabei sein, der sich per Megaphon Gehör verschafft. Nach intensiver Suche hatte Kottwitz bald eine schlagkräftige Truppe beisammen. Auch ein Bandname wurde schnell gefunden: The “Bigfeetboys”. Am Megaphon Ralf Beitinger, am Akkordeon Jörg Wiegand, am Schlagzeug Kottwitz und am Sousaphon Frank Koch. Die Musiker kommen alle aus Wiesbaden und Umgebung. Zusätzlich zu der Stammbesetzung gibt es fast für jedes Instrument eine Zweitbesetzung. So können Termin-Probleme leicht ausgeglichen werden. Schließlich ist für die meisten Mitglieder, die beim Sozialamt, der Polizei oder im Holzhandel arbeiten, die Musik nur das zweite Standbein. Bei den “Bigfeetboys” hört man noch richtig den Spaß an der Musik. Verblüffend ist, welch satter Sound drei Instrumente und ein Megaphon erzeugen. Neben besagter Flüstertüte ist wohl das Sousaphon das ungewöhnlichste Instrument der Truppe, eine im Prinzip nichts anderes als eine Tuba mit nach vorne gebogenem Rohr. Koch, der sein Instrument liebevoll “The red cook” getauft hat, erzählt, dass diese Biegung die Lautstärke im Freien erhöht, was für eine Marschkapelle natürlich von immenser Wichtigkeit ist. Auf großen Füßen marschierend und musizierend, konnte man die Jungs unter anderem bei der Wiesbadener Weihnachtsparade und auf dem Kasseler Stadtfest erleben. Auch auf dem Hessentag in Idstein waren sie unterwegs: Überall, wo sie auftauchten, seien die Menschen stehen geblieben, tanzten und sangen begeistert mit, freuen sich die “Bigfeetboys”. Anderntags spielten sie im großen HR-Zelt und waren sogar live im Hessentags-Journal auf HR3 zu sehen. Das sollte aber nicht der letzte Fernsehauftritt der “Bigfeetboys” sein, denn nach dieser Sendung wurden sie von HR Moderator Reinhard Schall angesprochen, ob sie nicht Lust hätten, in seiner neuen Talkshow “Bahnhof live” für die musikalische Umrahmung zu sorgen. Die Band überlegte nicht lange und sagte sofort zu. In acht Sendungen sind sie jetzt sowas wie die “Helmut Zerlett-Band vom HR”. “Bahnhof Live” findet jedes Mal auf einem anderen hessischen Bahnhof statt. Interviewt werden sollen vor allem Reisende, die gerade auf dem Bahnhof ankommen und Schalls Suche nach Gesprächspartnern untermalen die “Bigfeetboys” mit Musik. Der mit den Fernsehterminen sicherlich auftretenden größeren Bekanntheit sieht Kottwitz gelassen entgegen: “Mal sehen was passiert, denn schließlich hat alles aus Spaß an der Sache angefangen.” Vom 5. Juli bis 23. August treten die “Bigfeetboys” jeweils freitags von 20.15 bis 21.15 Uhr im Hessen Fernsehen in der neuen Talkshow “Bahnhof Live” auf. Weiteres auch im Internet: www.bigfeetboys.de