November 2007

Ein Feuerwerk der Musik brennt ab

Viele hochkarätige Bands und eine einzigartige Atmosphäre lassen das Fest am Bostalsee zum größten Volksfest der Region werden. Am kommenden Wochenende wird es wieder tausende Besucher anlocken. Der ganze See mit seinem Umfeld wird zu einem einzigen Party-Gelände.
Bosen. Ein weiterer Höhepunkt des Verantaltungssommers am Bostalsee ist das fünfte Seefest am kommenden Wochenende 30. und 31. Juli. Viele hochkarätige Bands und eine einzigartige Atmosphäre lassen dieses Ereignis zum wohl größten Volksfest der Region werden.

Die Vorbereitungen in den Verwaltungen des Landkreises St. Wendel und der Gemeinde Nohfelden laufen seit Wochen auf Hochtouren. Das Besondere an dieser Riesen-Party: Der ganze See mit seinem Umfeld wird zu einem einzigen Veranstaltungsgelände. Auf gleich vier Bühnen wird rund um den See ein attraktives Programm geboten. Mit Italohits und legendären Songs der Rock- und Popgeschichte werden Besucher an der Surferbasis verwöhnt. Freunde von akustischem Sound und Oldie-Klassikern kommen am Staudamm Gonnesweiler auf ihre Kosten. Volkstümliche Musik, aber auch Funk und Soul stehen beim neuen Biergarten am Bosaarium auf dem Programm. Im Festzelt am Musikpavillon sind eine 70er-Jahre-Show und Deutsche Schlager angesagt. Höhepunkte aus dem Musikprogramm sind die Discoband „Hot Stuff“ in Original-Hippie-Kostümen und ihrer „Biggest 70’s Show in Europe“ am Sonntag von 20 bis 22.30 Uhr im Festzelt, die Girlgroup Inside am Sonntag ab 23 Uhr im Festzelt, die italienische Rock- und Popband „Remax“ am Sonntag von 20.30 bis 24 Uhr an der Surferbasis, die lokalen Rock- Größen „Varus“ am Samstag von 20.30 bis 24 Uhr am Staudamm und die Sauerdallmusikanten „Trei Sei“ aus Luxemburg am Sonntag von 19.30 bis 24 Uhr im Biergarten am Bosaarium sowie die „Crew 54“ mit Funk und Soul vom Feinsten am Samstag von 20.30 bis 24 Uhr im Biergarten am Bosaarium. „Fresh from the Barbershop“ versprechen schließlich Folkrock handgemacht am Sonntag von 16.30 bis 20 Uhr am Staudamm.

Big Feet Boys am BostalseeErgänzend gibt es ein Rahmenprogramm zum Stehenbleiben und Mitmachen für Groß und Klein. Die witzige Marchingband „Big Feet Boys“ ist am Samstag und Sonntag rund um den See unterwegs. Comedy-künstler Schorsch Gustl Appenzeller jongliert sich in die Herzen seines Publikums. Höhepunkt und Ab-schluss des Seefestes ist das große Musikfeuerwerk, das am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr beginnt. Das Solarschiff „Sankt Wendeler Land“ bietet an beiden Festtagen einen Schiffstransfer zwischen Seeverwaltung, Staudamm und Surferbasis. Damit die Besucher schnell die Seeseiten wechseln können.

Gutes für den Gaumen: Auch die kulinarische Seite kommt nicht zu kurz. Die Vereine der Seedörfer Bosen, Gonnesweiler und Neunkirchen/Nahe bieten an den Bühnen Regionales und Internationales für die Gaumen an. Der Eintritt zum Fest kostet drei Euro für Erwachsene, für Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 16 Jahren einen Euro. Darin enthalten sind Parkgebühren und der Eintritt zu den Strandbädern.

Festfreude auf stillgelegter Grube

Ein Erlebnistag der Industriekultur-Saar in Göttelborn im September 2003- Früher sausten 1000 Bergleute in die Tiefe, um Kohle zu fördern.

Der Schacht der Grube Göttelborn ist mit riesigen Betonmassen verschlossen. Über Tage feiern Menschen. Das allein reicht nicht. Sie fragen aber auch nach Arbeitsplätzen, die dort entstehen sollen. Der riesige Parkplatz der Grube Göttelborn oberhalb der Kaffeeküche ist voll mit Autos. Busse fahren am Pförtnerhaus vorbei durch den Haupteingang. Aber es sind keine Bergleute drin. Die riesigen Förderräder von Schacht IV drehen sich. Aber es geht nur nach oben. Der Korb befördert Kinder, Frauen und Männer auf die 70 Meter hohe Plattform. Wer schwindelfrei ist, kann von hier oben einen herrlichen Weitblick genießen. Unter die Erde fährt hier niemals mehr ein Förderkorb. Der Schacht ist mit einer Betonmasse verfüllt.
Blasmusik erklingt. In den Pausen sind Kinderstimmen zu hören. Die Kinder lachen und toben auf einer Springburg herum oder drehen eine Runde auf dem Karussell, während die Eltern durch die Grubenanlage spazieren. Es ist wieder Leben auf der Grube Göttelborn.
Aber ein ganz anderes als früher. Als hier noch jeden Tag mehrere tausend Bergleute nach unten sausten und tief unter der Erde nach dem schwarzen Gold gruben. Direkt neben dem riesigen Schacht IV steht eine Bühne, davor viele Tische und Bänke. Getränke und Essensstände sind ringsherum gruppiert. „Feiern, wandern, entdecken, staunen.“
Unter diesem Motto lädt das Kulturprojekt Schicht-Wechsel der Industrie-Kultur Saar mit „Moving Brass“ zu einem musikalischen Erlebnistag der Industriekultur ein. Eine Blech-Attacke soll also der Grube für einen Tag wieder Leben einhauchen. Warum Blas-Kapellen? „Die haben im Saarland eine lange Tradition. Blech-Bläser gibt es auch in vielen Bergmanns-Vereinen“, sagt Paul Burgard, Pressechef von Schicht-Wechsel. Zahlreiche Musikvereine, Brass-Ensembles, Kapellen und Musiker sorgen für ein buntes musikalisches Intermezzo. Die Wackenberger Alphornbläser machen den musikalischen Auftakt von einem ungewöhnlichen Ort aus: Etwa 40 Meter hoch über der Erde, auf der ersten Plattform von Schacht IV, stehen die vier Musiker aus der Großgemeinde Eppelborn mit ihren Instrumenten. Burgard: „Wir wollen verschiedene Bereiche ehemaliger Industriekulturen den Menschen näher bringen. Deshalb haben wir die Grube Göttelborn mit dem Ausbesserungswerk (AW) Burbach verbunden.“ Eine Wanderung und eine Rad-Tour über den Netzbachschacht, die Scheune Neuhaus, Kirschheck und Von der Heydt verbinden die Grube mit den AW-Hallen. Es gibt vieles zu entdecken auf dem riesigen Gruben-Gelände. Der 59-jährige Gerd Steil aus Göttelborn kennt sich hier besten aus. 40 Jahre hat er hier gearbeitet. Und Steil staunt: Weniger über die Musik. Mehr über die Freizeitwiese und das Sonnendeck. 2000 Quadratmeter Rollrasen hat eine Gartenbaufirma verlegt und dazu noch zahlreiche Bäume aufgestellt. Keine Frage: Das sieht gut aus. Wehmütig blickt Steil auf den riesigen Förderturm von Schacht IV:_ „Als er gebaut wurde, haben wir uns Hoffnung gemacht. Wir haben geglaubt, dass nach einer solchen Investition auch unsere Kinder hier eine Zukunft haben.“

Und was hält er von dieser Veranstaltung? Steil zuckt mit den Schultern. „Schlecht ist sie nicht“, meint er. „Mir wäre es aber lieber, wenn hier Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Auch auf der ersten Ebene der Halle von Schacht II ist grüner Rasen und sogar noch eine Boule-Bahn. Big Feet Boys in Göttelborn Die Sonne blinzelt durch die staubigen Fenster. Susanne Wagner-Klein, ihr Sohn Fabian (sieben) und dessen Freundin Casandra (acht) haben es sich in blauen Liegestühlen bequem gemacht. „Ich finde es gut, dass man mit derartigen Aktionen den Menschen zeigt, dass man versucht, einem solchen Gelände eine neue Identität zu geben“, sagt Susanne Wagner-Klein, Draußen erklingt der Sommerhit der vergangenen Jahre „Hey Baby“. Die vier Jungs der Spaß-Brass-Band Big Feet Boys aus Wiesbaden spielen ihn. Singend und spielend marschieren die Vier durch das Gelände. Die Gaste sind begeistert. Das gefällt auch Felicitas Naumann aus Quierschied. „Feste gehören dazu“, sagt sie. Aber: Das Grubengelände dürfe nicht nur Festwiese werden. „Wo bleiben die Arbeitsplätze?“, fragt sie. Die riesige Kohlenwäsche wirkt gespenstig. Kohlenstaub rieselt herunter. Hierher verirrt sich kaum jemand. Die Straße zwischen der Kohlenwäsche und dem ehemaligen Aufbereitungs-Büro ist voll von Unkraut Das Grünzeug ist teilweise bis zu einem halben Meter hoch. Die schmale Treppe, die von der Straße zum Büro führt, ist fast ganz zugewuchert. Wenn die Gartenbauer den Roll-Rasen wieder wegrollen, können sie hier gleich weitermachen. Es gibt aber nicht nur Blechmusik an diesem Tag. Passend zum Thema Freizeit wird der schönste Picknick-Korb prämiert. Wanderungen führen über die wieder begrünten Halden. Mitglieder des Bergmannvereins Göttelborn erzählen Kindern spannende Geschichten von unter Tage. Für die kleinen Gaste gibt es in einem Zirkuszelt Unterhaltung in Hülle und Fülle. Zum musikalischen Ausklang spielt der Verein der Musikfreunde 1905 Quierschied.